Tragrollen

Tragrollen sind das Bauteil, auf dem Fördertechnik buchstäblich läuft: In Rollenbahnen, Förderbändern, Rollentischen und Schwerkraftförderern nehmen sie das Gewicht des Fördergutes auf und leiten es über Achse und Lager in den Rahmen. Müller Fördertechnik fertigt Tragrollen in Bergkamen aus Stahl, Edelstahl, Kunststoff, Aluminium und Carbon – mit Federachse, Innengewinde oder Außengewinde, in Durchmessern von 20 bis 80 mm und Einbaulängen von 100 bis über 1000 mm. In dieser Kategorie finden Sie unser komplettes Programm. Die Materialgruppen erreichen Sie direkt über die Unterkategorien; hier erklären wir, worauf es bei der Auswahl ankommt.

Aufbau einer Tragrolle: Rohr, Lager, Achse

Eine Tragrolle besteht aus drei Funktionsgruppen. Das Rollenrohr bildet die Lauffläche – bei uns Präzisionsstahlrohr nach DIN EN 10305-3, Edelstahlrohr, schlagfestes Hart-PVC, Aluminium oder Carbon. Die Lagerung sitzt in beiden Rohrenden: Bei Stahl- und Edelstahlrollen verwenden wir verzinkte Stahlblechböden mit Konuskugellager, bei ausgewählten 50-mm-Rollen ein Rillenkugellager 6202, bei Kunststoffrollen einen Kunststoffboden mit Stahlkugeln. Die Achse aus ST37K trägt die Rolle im Rahmen und bestimmt, wie sie montiert wird.

Alle Tragrollen mit Kugellager laufen leicht an und bleiben leichtgängig – das ist der Grund, warum Schwerkraftförderer mit unseren Rollen schon bei geringer Neigung fördern. Kugelgelagerte Tragrollen verschleißen zudem gleichmäßig, während Gleitlager unter Last und Staub schnell schwergängig werden.

Federachse, Innengewinde oder Außengewinde?

Die Achsausführung entscheidet über den Einbau in Ihre Rollenbahn. Wir liefern jede Baugröße in drei Varianten:

Tragrollen mit Federachse: Die Achse ist an beiden Enden gefedert und wird einfach in die Bohrungen des Seitenprofils eingedrückt. Das ist die schnellste Montage und der Standard in Rollenbahnen mit Lochleiste. Federachsen liefern wir in 8, 10 und 12 mm Durchmesser.

Tragrollen mit Innengewinde: Die Achse hat an beiden Enden ein Innengewinde (M8 oder M10). Die Rolle wird von außen durch das Profil verschraubt. Diese Variante wählen Sie, wenn die Rolle fest sitzen muss – bei Rollentischen, Schiebetoren, Handlingstationen oder überall dort, wo Querkräfte auftreten.

Tragrollen mit Außengewinde: Die Achse steht beidseitig mit Gewinde über und wird mit Muttern am Rahmen gekontert. Typisch für Förderbänder, Rollenbahnen ohne Lochleiste und Konstruktionen, die Sie selbst auslegen.

Baugrößen und Tragkraft

Der Rollendurchmesser richtet sich nach Fördergut und Teilung. Für kleine Teile, Kartons und Behälter genügen Tragrollen mit 20, 30 oder 40 mm Durchmesser in enger Teilung. Der Klassiker in der Fördertechnik ist die Tragrolle 50 mm: Stahl 50 × 1,5 mm mit Konus- oder Rillenkugellager trägt bis 160 kg pro Rolle und deckt Paletten-Untergestelle, Rollenbahnen für Kisten und Kommissionierstrecken ab. Für Schwerlast-Anwendungen mit Stahlkisten, Gitterboxen oder Werkstückträgern setzen Sie 60 × 2,0 mm oder 80 × 2,0 mm ein.

Bei der Einbaulänge (EL) gilt: Die Achslänge (AL) ist bei unseren Rollen 30 mm länger als die Einbaulänge. Sie messen also das lichte Maß zwischen Ihren Seitenprofilen und bestellen diese Einbaulänge – die überstehende Achse passt in beide Profilwände. Standardlängen gehen bei uns in 50-mm-Schritten von 100 bis 1050 mm; Tragrollen 1000 mm oder länger sind damit ebenso Katalogware wie kurze 100-mm-Rollen für schmale Bahnen.

Welches Material für welchen Einsatz?

Tragrollen aus Stahl sind die wirtschaftliche Standardlösung für trockene Hallen: hohe Tragkraft, Temperaturbereich –5 °C bis +80 °C, verzinkte Achse. Tragrollen aus Edelstahl nehmen Sie in der Lebensmittel- und Pharmaindustrie, in Nassbereichen und überall, wo gereinigt oder desinfiziert wird. Tragrollen aus Kunststoff (Hart-PVC) sind rostfrei, leicht und leise – ideal für leichte Güter bis 30 kg pro Rolle, für Verpackungslinien und Kommissionierbahnen. Tragrollen aus Aluminium kombinieren geringes Eigengewicht mit Korrosionsbeständigkeit, etwa in Reinräumen oder mobilen Bahnen. Tragrollen aus Carbon sind die leichteste Ausführung: Sie beschleunigen fast masselos und eignen sich für hochdynamische Anwendungen und Prüfstände.

Für empfindliche Oberflächen oder rutschige Güter werden gummierte Tragrollen nachgefragt, für Stauförderer angetriebene Tragrollen mit Kettenrad, für Kurven konische Tragrollen. Solche Ausführungen sind kein Katalogartikel, aber als Hersteller können wir sie auf Basis unserer Rohr- und Achsprogramme anbieten – stellen Sie eine Produktanfrage mit Ihren Anforderungen.

Tragrollen mit Bordscheiben und Zubehör

Läuft das Fördergut seitlich aus der Bahn, helfen Tragrollen mit Bordscheiben: Führungsscheiben an beiden Rollenenden halten Kartons und Behälter in der Spur. Wir liefern sie fertig montiert oder als lose Bordscheiben von 30 bis 109 mm Durchmesser zum Nachrüsten. Ergänzend gibt es Seitenführungsrollen, mit denen Sie bestehende Bahnen an Kurven und Übergängen absichern. Achsen, Lagerböden und Bordscheiben sind einzeln erhältlich, sodass Sie Tragrollen-Ersatzteile nachbestellen können, statt komplette Rollen zu tauschen.

Tragrollen kaufen beim Hersteller aus Deutschland

Wer Tragrollen kaufen möchte, hat die Wahl zwischen Importware ohne Nachlieferungsgarantie und einem Tragrollen-Hersteller aus Deutschland. Müller Fördertechnik fertigt in Bergkamen, Nordrhein-Westfalen. Das bedeutet kurze Wege: Standardrollen dieser Kategorie liefern wir in 5 bis 8 Werktagen, Sonderlängen und Sonderachsen kalkulieren wir innerhalb weniger Tage. Sie erhalten jede Rolle einzeln – für die Reparatur einer alten Rollenbahn genügt also die Bestellung von drei Stück, für eine neue Anlage kalkulieren wir Staffelpreise. Alle Preise verstehen sich inklusive Mehrwertsteuer mit ordentlicher Rechnung.

Wenn Sie nicht sicher sind, welche Achse oder welcher Durchmesser zu Ihrer Bahn passt, hilft ein Blick auf das Typenschild der alten Rolle oder ein Foto per E-Mail. Wir beraten Sie telefonisch unter 02307-2418738 oder über die Produktanfrage – und fertigen, wenn nötig, Tragrollen nach Maß.

Häufige Fragen zu Tragrollen

Was ist der Unterschied zwischen Tragrollen und Förderrollen?

Beide Begriffe meinen in der Praxis dasselbe Bauteil. „Förderrolle“ ist der Oberbegriff; „Tragrolle“ betont, dass die Rolle das Fördergut trägt und nicht angetrieben ist. Angetriebene Ausführungen heißen Antriebsrollen oder Tragrollen mit Kettenrad.

Wie messe ich die Einbaulänge einer Tragrolle?

Messen Sie das lichte Maß zwischen den Innenseiten der beiden Seitenprofile. Das ist die Einbaulänge (EL). Die Achslänge ist bei unseren Tragrollen 30 mm länger und steht beidseitig 15 mm über.

Wie viel Gewicht trägt eine Tragrolle?

Das hängt von Durchmesser, Wandstärke und Lager ab. Eine Stahltragrolle 50 × 1,5 mm trägt bis 160 kg, eine Kunststofftragrolle 50 × 2,8 mm bis 30 kg. Bei der Auslegung zählt, wie viele Rollen gleichzeitig unter dem Fördergut liegen – mindestens drei sollten es sein.

Welches Tragrollenlager ist das richtige?

Für die meisten Anwendungen reicht das Konuskugellager im Stahlblechboden. Wenn Sie höhere Drehzahlen, Dauerlauf oder besonders leichten Anlauf brauchen, wählen Sie die Ausführung mit Rillenkugellager 6202. Kunststoffrollen haben ein Kugellager aus Stahlkugeln im Kunststoffboden.

Fertigen Sie Tragrollen nach Maß?

Ja. Als Hersteller liefern wir Sonderlängen, andere Achsdurchmesser, Bordscheiben nach Wunsch und Sondermaterialien. Nutzen Sie dafür die Produktanfrage und geben Sie Durchmesser, Einbaulänge, Achsausführung und Tragkraft an.

Tragrollen Müller Fördertechnik